22 August 2010, 7:50 pm
im Zusammenhang mit dem Erscheinen der Untersuchung Lesen unter Hitler. Autoren, Bestseller und Leser im Dritten Reich von Christian Adam (Verlag Galiani Berlin) sind im Zürcher Tages-Anzeiger, der BaslerZeitung und der Gratiszeitung 20 Minuten ein Agenturbeitrag erschienen.
Darin ist auch zu erfahren:
Einer der kuriosesten Erfolge ist wohl “Mensch und Sonne. Arisch-olympischer Geist” mit Tipps zum Nacktwandern, zu Lehmbädern und zum unbekleideten Skifahren (235′000). Hier wurde sexuelle Freizügigkeit an den “Rassegedanken” gekoppelt.
Gemeint ist das Buch von Hans Surén, das 1922 unter dem Titel Der Mensch und die Sonne und danach in zahlreichen überarbeiteten Auflagen mit verschiedenen Titeln erschienen ist. Die Ausgaben der 1930er Jahre verbanden zwar Anleitungen zur Körperertüchtigung mit den Idealen arischer Kraft und Schönheit, aber nicht mit sexueller Freizügigkeit, wie suggeriert wird. Und kurios ist die Einschätzung, dass der Erfolg des Ratgebers kurios sei. Den Bestseller unbeholfen oder sogar verharmlosend als kurios abzutun, zeugt von wenig Souveränität im Umgang mit dem Nationalsozialismus. Aber auch mit dem Autor, der nicht so einfach nur als Propagandist für den Nationalsozialismus schubladisiert werden kann.
8 August 2010, 10:30 pm
Noch einmal die NZZ, noch einmal der Monte Verità beziehungsweise Ascona: Sanktuarium des Ausdruckstanzes ist der Titel des Beitrags von Roman Hollenstein in der Beilage “Literatur und Kunst” der Neuen Zürcher Zeitung vom 7. August 2010 zur Geschichte und Bedeutung des Teatro San Materno. Der Bau, den Hollenstein als das wohl älteste noch existierende Theatergebäude im internationalen Stil bezeichnet, wurde 1928 von Carl Weidemeyer entworfen, seine bereits seit 1999 geplante Sanierung im letzten Herbst abgeschlossen. Die heutige Schönheit, bemerkt Hollenstein dazu, verdanke das Theater paradoxerweise seiner jahrelangen Vernachlässigung.
5 August 2010, 11:39 pm
Die Neue Zürcher Zeitung hat in ihrer Ausgabe vom 5. August 2010 unter dem Titel Renaissance auf dem Monte Verità einen Beitrag über die Renovation der Casa Anatta auf dem Monte Verità veröffentlicht. Die Arbeiten sollen Anfang nächsten Jahres in Angriff genommen und 2013 abgeschlossen werden. Bisher sind vom Bund, vom Kanton Tessin, von Gemeinden und mehreren Stiftungen dafür rund 4,5 Millionen Franken zugesichert worden. Die noch fehlenden Mittel sollen mit dem Verkauf eines “Diplomatenpasses für die Republik Monte Verità” aufgetrieben werden.
In der Casa Anatta ist seit 1981 eine Dauerpräsentation eines Teils der Ausstellung Monte Verità. Berg der Wahrheit. Lokale Anthropologie als Beitrag zur Wiederentdeckung einer neuzeitlichen sakralen Topographie von Harald Szeemann untergebracht.