Ernst Frautschi, * 1888, † 1984.
Ernst Frautschi war von 1908 bis 1950 Lehrer der vereinigten Primar- und Sekundarschule von Turbach bei Gstaad. In Zusammenarbeit mit dem langjährigen Pfarrer von Saanen Otto Lauterburg (1886-1975) und Fritz Wartenweiler führte Frautschi, ein überzeugter Pazifist und Kommunist, der u.a. mit Gandhi korrespondiert haben soll, ab 1923 alle drei Jahre die “Heimatwochen im Turbachtal” durch. Sie waren ein Versuch ganzheitlicher, politisch musischer Erwachsenenbildung im Sinne der von Wartenweiler vor dem 1. Weltkrieg erlebten dänischen Volkshochschulen und der insbesondere von Wartenweiler auch an anderen Orten durchgeführten “Jungmännerkurse” und ähnlicher Bildungswochen.
1925 gab Frautschi den Anstoss zur Gründung des Vereins der “Freunde schweizerischer Volksbildungsheime”, der 1935/36 den Bau des Volkshochschulheims auf dem Herzberg bei Aarau ermöglichte.
Nach ihrer Übersiedlung aus Deutschland 1934 beteiligte sich die international bekannte Pazifistin und (Reform-)Pädagogin Elisabeth Rotten an der inhaltlichen Gestaltung und Durchführung der Turbachtaler Heimatwochen.
1947 liess Frautschi sich ein Jahr von der Schule beurlauben, um den durch den Krieg ins Stocken geratenen Betrieb auf dem “Herzberg” wieder in Schwung zu bringen. Graab bezeichnet Frautschi als den “ruhenden Pol für die vielen Aktivitäten in Wartenweilers Leben”. (Graab 1975 S. 34)
Martin Näf
