Freiwirtschaft

Die Freiwirtschaft setzt sich für eine “Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld” nach ein.

Unter den Freiwirtschaftern finden sich viele Lebensreformer, Vertreter von Vegetarismus, Abstinenz, Schulreform, Kleinschrift, Welthilfssprache (Esperanto, Ido), Pazifismus, Sexualreform und Naturismus. In der Öffentlichkeit wurden dieser personellen Verbindungen wegen auch lebensreformerische Richtungen als Teil der Freiwirtschaft betrachtet. Hervorgetreten als reformerische Freiwirtschafter oder freiwirtschaftliche Lebensreformer sind in der Schweiz etwa Silvio Gesell, Theophil Christen, Fritz Schwarz, Werner Zimmermann, Eduard Fankhauser, Hans Bernoulli oder Willy Hess.

Das wirtschaftliche Ziel der Freiwirtschaft ist es, den Menschen den vollen Arbeitsertrag zukommen zu lassen. Geldzins und Grundrente werden abgelehnt, da der Empfänger dafür keine Arbeitsleistung erbringen muss. Das gesellschaftliche Ziel ist die freie, selbstbestimmte Entwicklung des Menschen.

In der mehr als hundertjährigen Geschichte der Freiwirtschaft wurden die vorgeschlagenen Mittel und die angewandte Terminologie modifiziert, sind aber im Grundsätzlichen gleich geblieben.

Freigeld: Durch Freigeld soll das Geld künstlich dem gleichen Verlust unterstellt werden, dem Waren und Dienstleistungen von Natur aus unterliegen. Damit soll das Hamstern von Geld zum Erpressen von Zins verhindert werden. Da das als Lösung vorgeschlagene Klebegeld publikumswirksam war, erhielten die Freiwirtschafter in der Öffentlichkeit den reduzierenden Namen “Freigeldler”, den sie z. T. selber benutzten.

Freiland: Grund und Boden sollen nicht Privaten gehören, sondern in den Besitz der öffentlichen Hand übergehen, die es den Nutzern ausleiht. Erste Freiwirtschafter waren oft Anhänger der Ideen zur Grundbesitzsteuer von Henry George (1839-1897) und Adolf Damaschke, sahen aber, dass die Steuer vom Besitzer auf den Nutzer abgewälzt werden könnte.

Festwährung: Die Währungspolitik soll verhindern, dass durch Inflations- und Deflations-Krisen Werte vernichtet und durch Valutaspekulationen unproduktive Gewinne gemacht werden. Wichtig war die Abschaffung der Bindung der Währung an das Gold.

Freiwirtschaft: Die Wirtschaft soll eine von Monopolen, Kapitalzins, privater Grundrente und staatlichen Eingriffen freie Marktwirtschaft sein.

Die erste schweizerische Organisation war ab 1915 der [[Freiland-Freigeld-Bund|Schweizer Freiland-Freigeld-Bund]] (1924 umbenannt in “Schweizer Freiwirtschaftsbund”). 1946 wurde er zur “Liberalsozialistischen Partei (LSPS)”, und ist seit 1990 als “Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung (INWO)” tätig. Ab 1946 ging eine “Freiwirtschaftliche Bewegung” eigene Wege.

Zeitschriften: 1917 bis 1921 Die Freistatt (zeitweise Der Freigeldler). – 1922 Das Freigeld. Zeitschrift des Schweizer Freiland-Freigeld-Bundes. – 1923 bis 1940 Die Freiwirtschaftliche Zeitung. – 1941 bis 1957 Freies Volk. – 1958 evolution.

Edi Muster


Hinweise auf Quellen, Veröffentlichungen einer Person, Literatur und Links sind nur Mitgliedern zugänglich. Zudem wird bei einer Mitgliedschaft keine Werbung eingeblendet. Der Mitgliederbeitrag beträgt einmalig CHF 5.00.

Zur Registrierung.




Schlagwörter:

Letzte Änderung: 15. April 2012