Schneider, Ernst

Ernst Schneider, * 17. Oktober 1878, † 16. Februar 1957 in Muttenz, Reformpädagoge und Freiwirtschafter.

Durch die Vermittlung von Eugen Bleuler machte Schneider Analysen bei Oskar Pfister, der als Begründer einer psychoanalytischen Pädagogik gilt, und Carl Gustav Jung in Zürich. 1905 wurde er Direktor des Oberseminars Bern (bernisches Lehrerseminar). Bei seiner erzwungenen Demission durch die Berner Regierung 1916 spielten seine psychoanalytischen Überzeugungen eine wesentliche Rolle, was Freud veranlasste, in seiner 15. Vorlesung zur Einführung in die Psychoanalyse zu bemerken, dass “in der freien Schweiz kürzlich ein Seminardirektor wegen Beschäftigung mit der Psychoanalyse seiner Stellung enthoben worden” sei. 1920 wurde er für den Lehrstuhl für Pädagogik und Psychologie an die Universität Riga berufen. Als ihm 1928 verboten wurde, in deutscher Sprache zu lehren, gabe er seine Professur auf und ging nach Stuttgart, wo er eine psychoanalytische Praxis eröffnete. Von 1926 an gab Schneider zusammen mit Heinrich Meng die Zeitschrift für Psychoanalytische Pädagogik heraus, zu deren Redaktionsstab später etwa auch Anna Freud gehörte. Nach dem 11. Jahrgang setzte der Einmarsch der Nazis in Österreich ihrem Erscheinen ein Ende. 1929 gründete er das “Institut für psychoana­lytische Pädagogik”.


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Letzte Änderung: 15. April 2012