Sulzer, Georg

Georg Sulzer, * 9. Mai 1844 in Winterthur, † Dezember 1929, Jurist und Autor.

Nach dem Besuch des oberen Gymnasiums in Zürich immatrikulierte sich Sulzer im Wintersemester 1863/64 an der juristischen Fakultät der Universität Zürich. Nach einem Jahr wechselte er für zwei Semester an die Universität Heidelberg, um sich dann erneut in Zürich zu immatrikulieren. Möglicherweise legte er 1868 oder 1869 vor dem Obergericht die Advokaturprüfung ab. Nach seinem Studienabschluss war Sulzer als Adjunkt des Bezirks-Statthalters tätig. 1871 wurde er in das Berzirksgericht Winterthur gewählt. 1877 wurde er dessen Vizepräsident. Am 30. Mai 1875 heiratete heiratete Sulzer. Doch bereits 1879 starb seine Frau. Der Ehe entstammten drei Kinder, für die er fortan zu sorgen hatte. 1881 wählte der Kantonsrat ihn zum Mitglied des Obergerichts. 1894 wurde Sulzer zum ordentlichen Mitglied des Kassationsgerichts gewählt.

Im Frühjar 1896 soll ihm ein Verwandter einige spiritistische Bücher zur Lektüre gegeben haben. Aus einem Katalog der Verlagsbuchhandlung Oskar Mutze in Leipzig habe er ersehen, dass es eine grosse Literatur dazu gäbe. Er bestellte sich das Buch Animismus und Spiritismus von Aksakow. Nach dessen Lektüre sei ihm klar geworden, dass er auf der Schwelle einer neuen Weltanschauung stehe, von der er hoffen durfte, dass sie imstande sein werde, “ihm das Rätsel des menschlichen Lebens zu lösen”.

Im Herbst 1896 wurde Sulzer zum Nachfolger des zurückgetretenen Präsidenten des Kassationsgerichts gewählt. Bei den ordentlichen Wahlen wurde er in diesem Amt für die Amtsdauer 1899-1905 bestätigt. 1899 gehörte Sulzer zu den Gründern des Schweizerischen Genossenschaftsbundes, in dessen Vorstand er gewählt wurde. Im Sommer 1890 trat Sulzer von seinem Amt als Oberrichter zurück, um sich privaten Studien widmen zu können. Schon im August 1891 liess er sich aber zum Ersatzmann des Kassationsgerichts des Kantons Zürich wählen. Dieses wurde anlässlich der grossen Revision der Rechtspflegegesetze 1874 eingesetzt, und hatte seine Tätigkeit am 1. Januar 1875 aufgenommen.

Sulzer war über Jahrzehnte eine führende Persönlichkeit im christlichen Spiritualismus. Er soll auch Mitarbeiter an der Zeitschrift Der Gral von Karl Heise gewesen sein.


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Letzte Änderung: 16. April 2012